Rassebezeichnung

Der Bodeguero oder in seiner kompletten Rassebezeichnung der Ratonero Bodeguero Andaluz, ist niemals "nur" ein Ratonero

Der Begriff Ratonero steht als Oberbegriff für folgende Hunderassen: Ratonero heißt eigentlich nicht mehr, als dass sie Rattenjäger sind und die genauere Rassebeschreibung kommt danach, wie z. B. Ratonero Bodeguero Andaluz, Ratonero Mallorquin oder Ratonero Valenciano. Quasi wie, wenn man allgemein von einem "Jagdhund" spricht, es aber natürlich haufenweise Jagdhundrassen gibt. Jara aus Las Palmas

Ursprung

Der Ratonero Bodeguero Andaluz (RBA) ist eine spanische, hochläufige
Terrierrasse, die ursprünglich, ausschließlich in der Provinz Cadiz, in Andalusien gezüchtet wurde aber mittlerweile in ganz Spanien Liebhaber gefunden hat.
Wer in Spanien schon mal in Urlaub war, kennt vielleicht schon das Wort: "Bodega".
Dort werden Weine gelagert und man kann sie im Rahmen einer Führung auch probieren und auch direkt kaufen.
In diesen, auf Deutsch genannten Winzerkellern, gab es früher auch viele Ratten und Mäuse und um die kümmerten sich die Bodegueros (die Winzer).

Das spanische Wort für Ratte ist "rata" und daher kommt das andere Wort, dass man zuweilen für Bodegueros in Spanien benutzt: Ratonero = Rattenfänger. Demnach handelt es sich beim
Ratonero Bodeguero Andaluz um einen Andalusischen Winzer - Rattenjäger.
Neben der mittlerweile eingebürgerten Kurzbezeichnung Bodeguero wurde er umgangssprachliche früher auch oft als Bodeguero Jerezano, Fusteri, Ratonero Andaluz, Perro de Cuadras, Terrier de Caza Espaņol und Terrier Espaņol bezeichnet.

Der Ratonero Bodeguero Andaluz kommt ausschließlich aus Spanien - nicht aus Griechenland, nicht aus Osteuropa, nicht aus Malta, nicht von irgendwo anders.
Beispiel Malta - Malta war bis 1964 eine britische Kolonie und die Briten brachten auch dorthin ihre eigenen Rassehunde - u.a. den Foxterrier. Dieser Terrier vermischte sich dort zwar auch mit einheimischen Hunderassen aber es entwickelte sich dort keine genetisch homogene neue Hunderasse.
Dreifarbige Terrier, die aus Malta über den Tierschutz vermittelt werden sind also Foxterrier oder Foxterrier-Mischlinge.
Foxterrier haben einen wesentlich schmaleren und eckigeren Kopf als der Bodeguero Andaluz und auch einen wesentlich kompakteren Nacken.



Hauptorte der ersten homogenen Züchtungen des RBA waren die
Orte Puerto de Santa María, Sanlúcar de Barrameda und Rota




Rassen die den RBA noch sehr ähnlich sind: Ca Rater Mallorquín, Terrier Brasileiro und Terrier Chileno, die aber wesentlich kleiner und feingliedriger sind. Auch wird der Bodeguero, hier in Deutschland, immer wieder mit den Jack Russel Terrier verwechselt und zuweilen auch mal als spanischer Jack Russel bezeichnet, was nur zu Irreführung und Missverständnissen führt. Der Bodeguero ist im Vergleich zu diesem zuvor genannten Terrier wesentlich ruhiger und ausgeglichener.

Ende des 17. Jahrhunderts brachten englische Sherry-Weinhändler, die in und um Jerez ihre eigenen Weinlagerhallen aufbauten den Smooth Fox Terrier ins Land, den man dann, mit einheimischen Hunderassen, der Landarbeiter kreuzte.
In den Lagerhallen am Hafen und auch auf dem Land wimmelte es regelrecht vor Ratten und Mäusen und so war ein guter Nagetierjäger sehr gefragt.

Bartolomé Benítez, Präsident und Gründer des spanischen RBA Züchterverbandes schließt sogar aus, das ein einheimischer Ratonero unter seinen Stammvätern ist. Fast alle Ratonero-Rassen sind viel kleiner als der Bodeguero, sie sind kompakter und haben spitze, aufrecht stehende Ohren. Ratoneros sind auch Hunde die gerne anschlagen (bellen), wenn Besucher ins Haus oder aufs Grundstück kommen.

Der erste Teil der Rassebezeichnung "Ratonero" bezieht sich vielmehr auf das Talent, des Mäuse- und Rattenjägers als zur Rassezugehörigkeit zu den anderen Ratoneros in Spanien.
In England wurden schon im 18. Jahrhundert Manchester-, Toy- und Fox-Terrier regelrecht auf die Rattenjagd trainiert, wie aus diversen historischen Stichen zu entnehmen ist.
Die spanischen Nachkommen der meist glatthaarigen, weißen Smooth Fox Terrier waren überwiegend weiß am Körper und hatten eine dreifarbige (Tan) Gesichts- maske, mit lohfarbener Markierung über den Augen.

In den dunklen Weinkellern und Lagerhallen sind sie gut sichtbar und sie werden auch gerne als Hofhunde gehalten, um Nagetiere und Schlangen fernzuhalten.

Im ersten, ursprünglich Logo des spanischen Bodeguero-Zuchtverbandes war auch nichts vom Ratonero zu lesen.
Im Logo stand "Verband der Züchter des Hundes Bodeguero Andaluz".



Historische Fotos, entstanden in den 20-er und 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
Landarbeiter beim Abrichten eines jungen Bodegueros. Dabei ist das Anspringen und Festhalten der Beute ein wichtiger Trainingspunkt. Junger Bodeguero auf der Dorfstrasse
Foto aus dem Jahre 1932 Foto aus der Sammlung historischer Fotos der Homepage des Ortes Puerto de Santa María
Fast jede Region in Spanien hat seinen eigenen Ratonero, auch Ratero genannt. Der Bodeguero unterscheidet sich von den Rateros bzw. Ratoneros, dass er überwiegend einen weißen Körper hat und in seinen Rasse-Stammbaum einen englischen Terrier mit drin hat. Deshalb sollte er auch nicht, nur als Ratonero bezeichnet werden.

Hier ein paar Beispiele von diversen Ratoneros - die es, jeweils auch in anderen Farbkombinationen gibt:
Ratonero Malloquin (Ratero Malloquin)

nur halb so groß und schwer, wie der RBA

Ratero Valenciano (Gos Rater Valencia)
Ratonero Murciano
Ratoneros